Geschäftsbericht | 2015 Navigation öffnen

Stadtbild

Die Kölner Region ist anziehend: Eine Millionenstadt als Zentrum, rundherum Kreise mit hohem Naherholungswert. Mittelständische Unternehmen unterschiedlichster Branchen fühlen sich hier ebenso wohl wie namhafte Konzerne, bekannte und weniger bekannte Weltmarktführer.

Und doch: Es könnte besser sein. Gerade in der Metropole Köln gibt es zahlreiche Orte, deren Erscheinungsbild hinter den Möglichkeiten zurückbleibt. Häufig handelt es sich um offensichtliche Pflege- und Gestaltungsmängel, zum Teil schlummern unentdeckte Potentiale und manches Mal sorgen Planungsfehler für Chaos. Gründe genug für die IHK Köln, 2015 dem Thema „Stadtbild“ einen Schwerpunkt zu widmen. 

Köln: Die Wende vollziehen

Köln ist eine schöne Stadt – ein ganzer „Grüngürtel“ umzieht die Innenstadt und lädt zum Verweilen ein, ungezählte Straßencafés wollen entdeckt werden, mit dem oft besungenen Rhein dominiert der größte Fluss des Landes das Stadtpanorama. Der Karneval, Konzerte, Galerien – Köln ist weit über das Rheinland hinaus ein kultureller Anziehungspunkt. Studien unterstreichen die große Beliebtheit der Innenstadt als Ort zum Einkaufen und Bummeln. Auf der anderen Seite ist Köln an manchen Orten aber auch eine hässliche Stadt – vielerorts muss dringend entrümpelt, aufgeräumt und gereinigt werden. Und die Geschehnisse von Silvester haben bestätigt, wovor viele Kölner Unternehmer schon länger warnen: Orte, die städtebaulich entsprechende Gelegenheiten bieten (z.B. dunkle Ecken), oder deren Pflegezustand mangelnde soziale Kontrolle suggeriert, ziehen zusätzliche Verschmutzungen, Sachbeschädigungen und andere nicht hinnehmbare Verhaltensweisen an. Köln muss sauberer und sicherer werden – damit sich seine Bewohner wohlfühlen, aber auch, damit Messebesucher und Touristen unbeschwert und mit einem guten Gefühl in die Stadt reisen können. 

Die IHK Köln setzt sich Zeit ihres Bestehens dafür ein, dass sich Köln als Stadt weiterentwickelt. Im vergangenen Jahr regte die IHK nach der Verschiebung der Oberbürgermeister-Wahl die Initiative „Zukunft Köln“ an, unter deren Banner sich ein breites Bündnis von Unternehmern versammelt hat, die gemeinsam mit Bürgerschaft, Politik und Verwaltung die Situation in Köln zum Besseren wenden wollen. Dafür gilt es auch, alte Zöpfe abzuschneiden. „'Et hätt noch immer jot jejange' ist jetzt falsch“, erklärte IHK-Hauptgeschäftsführer Ulf Reichardt nach den Ereignissen von Silvester. „Von diesem Leitspruch verabschieden wir uns schleunigst. Viel mehr brauchen wir Besonnenheit und Konsequenz.“

Gemeinsam mit der Stadt Köln und dem KAP Forum lud die IHK Köln zur einer sechsteiligen Veranstaltungsreihe „Kölner Perspektiven zur Mobilität“ ein. Anhand von internationalen Beispielen für eine stadtverträgliche und nachhaltige Mobilität wurde das Thema beleuchtet und Erkenntnisse für die Kölner Stadtplanung gewonnen.

Im Juni veröffentlichte die IHK Köln eine Broschüre, die anhand von zehn Orten mit Vorher-Nachher-Bildern konkrete Verbesserungsvorschläge für das Kölner Stadtbild aufzeigte. So konnte gezeigt werden, dass zum Teil mit sehr wenigen und kostengünstigen Maßnahmen eine nachhaltige Verbesserung erreicht werden kann.

Im Frühling 2015 fand die „Aufräumaktion Hansaring“ statt. Die IHK Köln hat gemeinsam mit Vertretern der Stadt Köln, DB AG, KVB, AWB und der RheinEnergie AG die Situation vor Ort besichtigt und Verbesserungen eingeleitet. Alle Geschäftstreibenden im Umfeld wurden von der IHK angeschrieben und gebeten, zur Aufwertung des Stadtbildes beizutragen. Neben Reinigungs- und Malerarbeiten wurden unter anderem Graffiti, Fahrradleichen und unansehnliches Strauchwerk entfernt.

Auf Initiative der IHK Köln wurden im Sommer 2015 vier Arbeitsgruppen eingerichtet, die konkrete Vorschläge für Maßnahmen zur Verbesserung des Erscheinungsbildes der Stadt erarbeiteten: AG bürgerschaftliches und unternehmerisches Engagement (Leitung IHK Köln), AG Sicherheit (Leitung Polizei Köln), AG Elemente im öffentlichen Raum (Leitung Dezernat IV, Stadtraummanagement) und AG gepflegte Straßen, Plätze, Grünanlagen (Leitung Am für Landschaftspflege und Grünflächen, Amt für Straßen und Verkehrstechnik). Neben der Leitung der AG Engagement arbeitet die IHK Köln in allen Arbeitsgruppen mit. Beim Stadtbildforum am 23. November 2015 präsentierten die Arbeitsgruppen rund 50 Maßnahmen und verpflichteten sich zum Handeln.

Seit 2015 bietet die IHK Köln die Organisation eines Revierdienstes für die Kölner Ringe an. Im Vorfeld organisierte die IHK Köln diverse Gesprächsrunden zum Thema „Sicherheit und Sauberkeit auf den Ringen“. In diesem Rahmen kamen ansässige Unternehmen sowohl untereinander als auch mit Polizei, Stadtverwaltung und Politik ins Gespräch, um mögliche Verbesserungsmaßnahmen zu diskutieren. Unter anderem wurde dabei die Idee eines privaten Revierdienstes für die Ringe besprochen. Unternehmen, die mitmachen wollen, können sich seit 2015 bei der IHK Köln melden.

Region: Ein neues Herz für Gummersbach

Die Insolvenz der L. & C. Steinmüller GmbH riss Anfang der 2000er-Jahre ein Loch in die Gummersbacher Innenstadt. Mit der Eröffnung des Einkaufszentrums „Forum Gummersbach“ ist nun der letzte Mosaikstein einer mehr als zehnjährigen Restrukturierung des brach liegenden Steinmüller-Geländes vollendet, an der auch die Geschäftsstelle der IHK Köln in Oberberg mitgewirkt hat. Im Herzen Gummersbachs finden sich nun ein Campus der Technischen Hochschule Köln, eine Handball-Arena, das Veranstaltungszentrum „Halle 32“ und das neue Forum. Die IHK begrüßte diese Aufwertung des Standorts Gummersbach und sieht darin einen Anlass, die Entwicklung der Gummersbacher Innenstadt mit ihrer Fußgängerzone weiter voranzutreiben.

Vor allem das Forum soll den Standort Gummersbach nachhaltig stärken; die Stadt gewinnt damit an Zentralität als attraktiver Einkaufsstandort. Aber auch die alte Fußgängerzone, die direkt mit mehreren Übergängen zum Forum verbunden ist, soll weiterentwickelt werden. Dazu hat die Stadt 2015 eine Innenstadtkonferenz durchgeführt, deren Ideen jetzt umgesetzt werden müssen. Ein erster Schritt ist der Aufbau eines Citymanagements, das sich um Fragestellungen wie Ladenleerstand, Weihnachtsbeleuchtung etc. kümmern soll und Mittler zwischen Immobilieneigentümer, Mieter und Verwaltung ist.