Geschäftsbericht | 2015 Navigation öffnen

Tourismus und Gastgewerbe

Boom, Boom, Boom: 2015 zählten die Kölner Hoteliers 5,98 Millionen Übernachtungsgäste, ein Plus von 4,3 Prozent im Vergleich zum Jahr davor. Die zahlreichen Touristen, die im Bergischen und im Rhein-Erft-Kreis wandern, Fahrrad fahren, Wassersportmöglichkeiten nutzen, Sightseeing machen, umgeben von schöner Natur Tagungen und Kongresse abhalten oder einfach Wellness und gutes Essen genießen, sind dabei noch gar nicht mitgezählt. Klar ist: Dem Tourismus kommt in Köln und der Region eine erhebliche wirtschafts-, arbeitsmarkt- und strukturpolitische Bedeutung zu. Gleichzeitig stellen erhebliche Strukturveränderungen des Tourismusmarktes die Betriebe vor ständig neue Herausforderungen.

Die IHK Köln bietet einzelbetriebliche Basis- und Aufschlussberatungen für die branchenzugehörigen Betriebe an, ist Schnittstelle zu Verbänden, Institutionen und staatlichen Organisationen, vermittelt Branchenwissen und gibt Handlungsempfehlungen zu aktuellen Themen. In Zusammenarbeit mit Partnern werden Projekte initiiert und unterstützt, die dazu dienen, das Standortmarketing zu verbessern und die Rahmenbedingungen für die touristischen Betriebe positiv zu gestalten. Die IHK Köln nimmt Stellung zu tourismuspolitischen und rechtlichen Fragestellungen, die den Wirtschaftszweig betreffen.

Dauerbrenner – Kulturförderabgabe der Stadt Köln

In Köln sorgte die Kulturförderabgabe, als „Bettensteuer“ bekannt geworden, nach wie vor für Unmut. Gemeinsam mit Branchenvertretern hat die IHK Köln darauf hin gearbeitet, die Kulturförderabgabe zumindest praxistauglicher zu gestalten. Im vergangenen Jahr konnte ein Erfolg erzielt werden: Der Rat der Stadt Köln beschloss, die Satzung zur Erhebung der Kulturförderabgabe zu ändern um das Verfahren zu verschlanken, Formulare zusammenzulegen und zu vereinfachen, Sammelbescheinigungen zu ermöglichen und Alternativen zur Arbeitgeberbescheinigung für beruflich zwingend erforderliche Reisen anzuerkennen.

Fachkräftesicherung

Damit die in der Region lebenden Menschen und die Millionen von Touristen das gastronomische Angebot der Region genießen können,  ist hinter den Kulissen harte Arbeit nötig. Neben den alltäglichen Herausforderungen des laufenden Betriebes müssen die Unternehmen aus Tourismus und Gastronomie dabei zunehmend mit Fachkräftemangel und steigenden Arbeitskosten, Anforderungen des nachhaltigen Wirtschaftens und wachsenden Ansprüchen der Gäste klar kommen. Bei der IHK Köln war deshalb 2015 die Fachkräftesicherung im Gastgewerbe ein Schwerpunkt-Thema, das auch in den kommenden Jahren akut bleiben wird. Um die überwiegend kleinen und mittelständischen Unternehmen der Branche zu unterstützen, informiert die IHK Köln über die Ausbildungsberufe der Branche, wirbt für Karrieren im Gastgewerbe und gibt den Unternehmen Hilfestellung bei Themen der Digitalisierung, die zur Straffung und Effizienzsteigerungen ebenso beitragen können wie zu Werbezwecken und zur Nachwuchsgewinnung.

Die Fachkräftesicherung in Tourismus und Gastgewerbe war zudem 2015 Thema einer öffentlichen Anhörung des Tourismusausschusses im Deutschen Bundestag, zu der die IHK Köln über den DIHK als Dachverband Input lieferte.

10 Jahre Ausschuss für Gastronomie/Touristik/Freizeit

2015 blickte der Ausschuss für Gastronomie/Touristik/Freizeit auf sein zehnjähriges Bestehen zurück. 10 Jahre, in denen aktuelle politische und branchenspezifische Fragen und Entwicklungen über kommunale Grenzen hinweg erörtert wurden. Über eine jahrelange Zusammenarbeit mit Verbänden und Institutionen ist in dieser Dekade ein enges Netzwerk relevanter Akteure in der Region entstanden.

Im Ausschuss für Gastronomie/Touristik/Freizeit engagieren sich zurzeit 29 Unternehmerinnen und Unternehmer als Mitglieder und sieben weitere als ständige Gäste.

Tourismusforum 2015

Um den Megatrend „Nachhaltigkeit im Tagungs- und Kongressmarkt – Auswirkungen auf Köln?“ ging es beim Tourismusforum 2015. 170 Teilnehmer diskutierten bei der von IHK Köln und KölnTourismus GmbH/Cologne Convention Bureau organisierten Veranstaltung.

Das Spektrum reichte dabei von umweltschonender Anreise zu Veranstaltungen, über Müllvermeidung, regionalen, saisonalen und biozertifizierten Lebensmitteln bis hin zu Angebote für Mitarbeiter und Fachkräfte. Dabei standen Frage nach den Effekten nachhaltiger Angebote auf die Wertschöpfung und das Image des Unternehmens auf der Agenda. Nicht zuletzt wurde der Frage nachgegangen, ab wann Angebote als nachhaltig gelten und wie man erste Schritte im eigenen Unternehmen umsetzen kann.

Ein Fazit des Tourismusforums im vergangenen Jahr: Nachhaltigkeitsfragen begegnen Unternehmen tagtäglich in Form von ökologischen, sozialen und ökonomischen Herausforderungen. Infolgedessen stehen nicht zuletzt die Unternehmerinnen und Unternehmer bei strategischen Entscheidungen sowie im Tagesgeschäft häufig vor Zielkonflikten zwischen ökologischen und/oder sozialen und/oder wirtschaftlichen sowie zwischen kurz- und langfristigen Zielen.