Geschäftsbericht | 2015 Navigation öffnen

Bildungsberatung / Fachkräftesicherung

Bildungsberatung / Fachkräftesicherung

Im Jahr 2015 wie schon in den Vorjahren war die Fachkräftesicherung eines der Schwerpunktthemen der IHK Köln. Angesichts der demografischen Entwicklung kommt ihr eine besondere Bedeutung zu. Dabei gilt es, alle denkbaren Potenziale auszuschöpfen. Solche liegen beispielsweise in der Beschäftigung von Menschen mit Behinderung sowie von Zuwanderern bzw. Flüchtlingen.

Anerkennungsverfahren

Anerkennung ausländischer Abschlüsse mit Hilfe der IHK

Seit knapp vier Jahren bietet die IHK Köln Zuwanderern konkrete und praktische Unterstützung bei der Anerkennung ihrer im Ausland erworbenen Berufsabschlüsse an: Die Mitarbeiterin der Anerkennungsberatung hilft dabei zu klären, ob und inwieweit ein ausländischer Berufsabschluss in Deutschland anerkannt werden kann und unterstützt Migranten, ihren Antrag beim Kompetenzzentrum „IHK FOSA“ zu stellen. Seit April 2012 wurden 1055 persönliche Beratungsgespräche durchgeführt, im vergangenen Jahr waren es 307. Insgesamt hat die IHK FOSA seit 2012 schon 277 Zuwanderern eine volle oder zumindest partielle Gleichwertigkeit ihres Abschlusses bescheinigt, davon 89 im vergangenen Jahr.

Zuwanderung

Chance für die Wirtschaft

Die deutsche Wirtschaft hat in den vergangenen Jahrzehnten in hohem Maße davon profitiert, dass Arbeitskräfte,Einwanderer, zunächst vor allem aus Südeuropa und der Türkei, zuletzt besonders aus osteuropäischen Ländern, in unser Land gekommen sind. Der Zustrom von Flüchtlingen stellt zwar eine Herausforderung für unsere Gesellschaft dar, bringt gleichzeitig vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung aber auch Chancen mit sich: Anerkannte Flüchtlinge, die Deutsch lernen, eine Ausbildung mitbringen oder in Deutschland absolvieren, sind potenzielle Mitarbeiter für die Unternehmen in der Region und können so den Fachkräftemangel lindern. Mehr als 100 Unternehmen haben das Angebot der IHK Köln wahrgenommen und sich Anfang Dezember über die Regelungen zur Einstellung von Geflüchteten informiert. 

Inklusionsberatung für Unternehmen

Behinderungen müssen kein Hindernis sein

Immer mehr Unternehmen erkennen, dass Menschen mit Behinderungen oft engagierte und gut ausgebildete Fachkräfte sind. Nicht selten besitzen sie sogar ausgeprägte Fähigkeiten in bestimmten Bereichen. Die Inklusionsberatung der IHK Köln unterstützt Unternehmen dabei, die notwendigen Voraussetzungen für die Beschäftigung, beziehungsweise Weiterbeschäftigung von Menschen mit Behinderung zu schaffen. Seit 2015 informiert ein Fachberater über alle wichtigen Aspekte rund um das Thema, von der Gesetzeslage über finanzielle Fördermöglichkeiten bis hin zu technischen Arbeitshilfen.

Diversity

Unternehmen sehen Vorzüge der Vielfalt

Im Januar hat die IHK Köln erstmals eine Studie zum Thema „Diversity“ vorgestellt. 580 Mitgliedsunternehmen beteiligten sich an der Umfrage zum Thema, wie sie mit einer vielfältiger werdenden Mitarbeiterschaft umgehen. Die Ergebnisse zeigen, dass zwar nur 26 Prozent der Unternehmen sehr systematisch die unterschiedlichen Dimensionen der Diversität auswerten, jedoch bei einzelnen Faktoren durchaus sehr bewusst agieren. So haben rund zwei Drittel der Unternehmen in den zwei Jahren zuvor gezielt über 50jährige eingestellt. Ähnliches gilt für Menschen mit Migrationshintergrund, deren sprachliche und kulturelle Kompetenzen die Unternehmen immer gezielter nutzen. Allerdings beschäftigt nur ein Drittel der Unternehmen Menschen mit Schwerbehinderung.

Der Arbeitskreis Gender & Diversity der IHK Köln trifft sich vier Mal pro Jahr und erarbeitet Positionen zu Themen wie Frauenförderung oder der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in den Arbeitsmarkt. Die IHK Köln beteiligte sich 2015 auch mit einem Informationsstand am 3. Deutschen Diversity-Tag.

Spezifisch regionale Aktivitäten

Fachkraftwerk Oberberg

Der Oberbergische Kreis ist ein bedeutender Industriestandort. Rund 45 Prozent der hier Beschäftigten arbeiten in Industrie und Bauwirtschaft. Typisch für die Wirtschaftsstruktur sind die sogenannten „Hidden Champions“, mittelständische Unternehmen, die versteckt in Tallagen zu finden und in hohem Maße innovativ und exportorientiert sind. Die Werkstoffe Metall und Kunststoff prägen die maßgeblichen Branchen Automotive, Maschinenbau und Medizintechnik. Die Betriebe dieser Branchen benötigen in hohem Maße gut ausgebildete und oft hochspezialisierte Fachkräfte, weshalb dem drohenden Fachkräftemangel hier in besonderem Maße entgegen getreten werden muss.

Dazu haben sich die regionalen Partner im FachKraftWerk Oberberg zusammengeschlossen und bieten mit der Veranstaltungsreihe „Fachkräftesicherung konkret“ kurze, thematisch fokussierte Informationsveranstaltungen an. In diesen werden Aspekte der Fachkräftegewinnung und -sicherung sowie Best-practice-Berichte hierzu vorgestellt. Die kostenlosen Veranstaltungen finden alle in der Halle 32 auf dem Steinmüllerareal in Gummersbach statt.

Im Jahr 2015 lag der Fokus der Veranstaltung insbesondere auf den Themen Generationsübergreifende Mitarbeitermotivation und Integration von Flüchtlingen durch Arbeit. Für jedes Thema gab es Hintergrundinformationen der Akteure sowie Best Practise Beispiele von Unternehmen.